Musette de Cour

1. Beschreibung

Die Beschreibung der Sackpfeifen Frankreichs wäre unvollständig ohne Erwähnung der Musette de Cour, die in der Barockzeit im Zuge der Schäfermode an den Höfen entwickelt wurde und sich einige Zeit hoher Beliebtheit erfreute. Alle großen Komponisten der Zeit haben für dieses Instrument Stücke geschrieben. Daneben hat die Musette de Cour vielfältige Einflüsse auf die Entwicklung von regionalen Instrumenten genommen, insbesondere die Smallpipes der britischen Inseln und die zentralfranzösischen Sackpfeifen.
Das Instrument ist für eine kunstvolle Musik ausgelegt und verfügt dementsprechend über einen Umfang von fast zwei Oktaven, Chromatik und mehrere umstimmbare Bordune.
Die Musette de Cour gehört zu den leisen Sackpfeifen. Sie besitzt normalerweise zwei zylindrische Spielpfeifen mit Doppelrohrblättern und einen Rankettbordun mit bis zu fünf Doppelrohrblättern und Schiebern zum Ein- und Ausschalten sowie zum Stimmen der Bordune. Beide Spielpfeifen sind mit Klappen ausgestattet, die zweite Spielpfeife erklingt nur, wenn eine der Klappen gedrückt wird. Somit ist in gewissen Umfang zweistimmiges Spiel möglich. Die Musette besitzt einen genähten Ledersack, der mit einem Samtbezug verkleidet ist, und einen Blasebalg.

2. Abbildungen>

Eine Musette aus Elfenbein mit Silberklappen. Gut zu sehen ist die rankettartige Bordundose mit den Stimmschiebern. Der Sack ist mit Samt bezogen. Links im Vordergrund ist der ebenfalls samtbezogene, kastenförmige Blasebalg zu sehen.

3. Stimmung und Tonumfang

Die Musette verfügt, wie auf dem Foto gut zu erkennen, über zwei verschieden große Spielpfeifen mit je sechs Klappen. Die große Spielpfeife (grand chalumeau) in G kann mittels der Klappen alle chromatischen Töne erzeugen.

Die kleine Spielpfeife (petit chalumeau) erklingt nur, wenn eine Klappe gedrückt wird. Sie erweitert den Tonumfang nach oben und ermöglicht zweistimmiges Spiel.

Stimmung der Bordune in C bzw. G

4. Tonbeispiele

Hörbeispiel einer Musette de Cour